Gamification

Mit „Gamification“ ist ein neues Schlagwort in der (SAP-) Welt aufgetaucht. Es gibt wohl zwei Grundgedanken. Erstens: Worin genau sind Gamer eigentlich gut? Zweitens: Wie kann man in der Geschäftswelt diesen Spielegedanken umsetzen, so dass die Mitarbeiter Spaß an der Arbeit haben und zudem hoch konzentriert sind?

Turning Work Into Play

Heute bin ich über das Stichwort „Gamification“ gestolpert. Und zwar auf der Internetseite von Anton Hartl. (Die Seite und Artikel sind leider nicht mehr online. Hier der Link auf die aktuelle Internetpräsenz: http://www.stacknoise.com)

Auf der Seite sind Links zu dem Thema „Gamification“. Ich habe mir mal die Präsentation von Jane McGonigal „Videospiele für eine bessere Welt“ angeschaut – welche ich sehr spannend fand. Sie geht der Frage nach, warum verbringen Gamer so viel Zeit damit, virtuelle Aufgaben zu lösen? Wie kann man es schaffen, diese Energie, Hartnäckigkeit und Aufmerksamkeit in die Arbeitswelt zu übertragen? Könnte man dies nur ansatzweise schaffen, wäre das eine Produktivitätssteigerung sondergleichen. McGonigal erzählt, dass alle Spieler bei World of Warcraft bisher 5,93 Millionen Jahre damit zugebracht haben, die Fantasiewelt Azeroth zu beleben. In einem Land, in dem viel Videospiele gespielt werden, wird ein Spieler bis zum 21. Lebensjahr 10.000 Stunden mit Videospielen zugebracht haben. Das ist in etwa die gleiche Menge an Stunden, die dem Unterricht einer amerikanischen High School entspricht!

UI – User Interface

Anton Hartl beschäftigt sich mit der Implementierung einer visionären Benutzeroberfläche für SAP. Ziel ist es, ausgewählte SAP-Funktionalitäten in grafischen Benutzeroberflächen zu präsentieren, die man bisher nur aus CSI New York oder Avatar kannte.Danach einen kurzen Chat mit Anton Hartl gehabt, der mir ein bisschen über das Projekt erzählt hat.

Er ist gerade dabei, mit Partnern Prototypen für so eine zukünftige UI zu erstellen. Den SAPGUI wird es allerdings wohl auch in Zukunft geben, denn die Visualisierung von Fakten und Bearbeitung auf 55″ Touch Screens wird wohl nur bei einigen Spezialanwendungen Sinn machen.

Turn User Into Fans

Ich finde es schon interessant, wenn ich mir vorstelle, dass der Mitarbeiter meiner Lieblingstelefongesellschaft mich erst dann anruft, wenn er gegen seine Kollegen im Tarifdschungelmemory gewonnen hat oder erst, sobald er 7800 Telefongesprächserfahrungspunkte gesammelt hat!

Nein, mal Ernst beiseite…

Auf den ersten Blick betrachtet macht eine „spielerische Oberfläche“ oder auch eine „Virtualisierung der Arbeit“ wahrscheinlich keinen Sinn. Auf den zweiten Blick jedoch, macht es durchaus Sinn, die Benutzerfreundlichkeit und Intuitive Erfassung von Funktionalitäten an erste Stelle zu setzen. Und auch wenn eine bunte verspielte Oberfläche – bei der ich vielleicht noch meinen Avatar selbst gestalten kann – in einem ERP-System merkwürdig anmutet: Es wäre wirklich fahrlässig, das was auch immer die Jugend von heute beim Spielen mit der Wii oder der Playstation lernt, nicht zu nutzen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Leute, die einen Kundenauftrag mit einer „Spiele-Oberfläche“ eingeben müsssen wahrscheinlich eher noch nebenbei chatten und parallel dazu noch effektive Routenplanung machen können.

Exceltabellen werden aber wohl so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden…

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter geht!

Links

Jane McGonigal (Deutsche Untertitel zuschaltbar!)

http://www.ted.com/talks/lang/eng/jane_mcgonigal_
gaming_can_make_a_better_world.html

Homepage Anton Hartl

http://www.stacknoise.com

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Enno Wulff
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