Social Stuff

Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Die Zukunft in der Unternehmenssoftware wird „Social ERP“ sein. In diesem Blogeintrag erkläre ich, warum ich dieser Meinung bin.

Social Websites

Zurzeit beschäftige ich mich – unter anderem – mit dem Aufbau eines „Social CMS“, also einem Content-Managementsystem in dem Mitglieder untereinander in Kontakt treten können, Beiträge verfassen und kommentieren können. Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde, denn man muss sich mit Fragen auseinander setzen, die jeder anders beantworten würde. Trotzdem sollte hinterher alles unter einen Hut passen.

Fragen…

  • Welche Vorteile bieten „soziale Komponenten“?
  • Welche Motivation haben die einzelnen Mitglieder, sich zu beteiligen?
  • Welche Funktionen muss so eine Plattform bieten?
  • Wie kann man Mitglieder motivieren, sich zu engagieren?
  • Welchen Vorteil haben die Mitglieder, wenn sie sich beteiligen?
  • Wie viele und welche Informationen muss oder darf man von sich selbst preis geben?

Social Collaboration

Bei dem Stichwort „Social Collaboration“, dass sich immer noch am ehesten auf die Zusammenarbeit von Mitarbeitern einer Firma bezieht, sind diese Fragen sicherlich auch interessant, aber nicht wirklich von Bedeutung. Wenn eine Firma sich für ein Collaboration-Tool entscheidet, sei es ein einfaches „Forum“, ein „Wiki“ oder ein noch umfangreicheres komplexes Tool, wie „jive“ von SBS oder „sharepoint“ von Microsoft, dann weiß der Mitarbeiter davon und muss es nutzen. Natürlich ist es interessant, wie man die Mitarbeiter motivieren kann, hier aktiv teil zunehmen, aber es ist nicht „essentiell“.
Dies ist meiner Meinung nach in erster Linie eine Frage der Mitarbeiterführung. Wenn die Mitarbeiter dazu angeregt werden, sich untereinander auszutauschen und dies auch entsprechend gewürdigt wird, dann kann ein Tool gut unterstützen. Wenn allerdings in einem Unternehmen eher eine „jeder-gegen-jeden-Mentalität“ herrscht, dann brauche ich mir über diese Fragen sowieso keine Gedanken zu machen.

Bei einer Website, die „um ihre Mitglieder buhlen“ muss, ist es ungleich wichtiger zu wissen, wie und warum sich jemand anmelden und mitmachen sollte.

Bei der Suche auf ein paar Antworten zu diesen Fragen bin ich auf den Blogeintrag von Frank Wolf gestoßen: Die Evolution von Social Software im Unternehmen: das Ende der reinen Wikis.

Hier habe ich das erste mal von

Social ERP

gelesen. Nachdem ich bereits fasziniert von der Idee der Gamification bin, finde ich „Social ERP“ ebenso interessant. Es erweitert die Möglichkeiten eines Collaboration Tools, wie „Jive“ oder „sharepoint“, noch einmal um mehrere Möglichkeiten. Um welche genau, das muss ich noch herausfinden.

Wenig überraschend, dass auch SAP in diesem Bereich aktiv ist… Das Produkt heißt SAP Streamwork.

Sehr aufschlussreich fand ich dieses Video: SAP Streamwork Walkthrough

Hauptunterschied zu „normalen Collaboration Tools“ ist die (nahtlose??) Integration von ERP-Objekten (Fertigungsaufträge, Kunden, Kundenaufträge, Servicemeldungen….). So kann man sich wahrscheinlich aufwändige Workflows sparen: Mitarbeiter, die sich für Aufträge eines bestimmten Kunden interessieren, abonnieren einfach alles, was mit diesem Kunden zusammen hängt. Ebenso könnte man wohl auch wichtige Produktionsprozesse im Vorfeld von einem entsprechenden Expertenteam „überwachen“ lassen. Laufen Prozesse zu einem Kunden, einer Warengruppe, einem Lieferanten reibungslos, dann beendet man das Abonnement, so dass man nicht mehr über alles zu diesem Prozeß auf dem laufenden gehalten wird.

Eine der wichtigsten Chancen finde ich jedoch, dass man anscheinend leicht entsprechende Ansprechpartner zu einem Problem finden kann. Es lässt sich einfach heraus finden, wer wessen Vorgesetzter ist oder an wen ein Projektmitglied berichtet.

Ich bin sehr gespannt, wie es bei diesem Thema weiter geht. Ich habe den „Try it out“-Button mal gedrückt und mich bei der Free-Version von SAP Streamwork angemeldet.

Auf den ersten Blick sieht es aus, wie ein recht komplexes „normales“ Collaboration Tool. Es gibt wenige Tools zur Lösungsfindung (Agenda, Responsibility Matrices, Time Management, Timeline), die aber in anderen Lösungen bereits fehlen.

Social Future

Meines Erachtens finden zurzeit einige sehr interessante Entwicklungen statt, die unsere (Arbeits-) Welt nachhaltig verändern werden.

SAP Streamwork ist eine sehr interessante Möglichkeit, Mitarbeiter dazu zu bewegen, sich aktiver am Unternehmensgeschehen zu beteiligen. Und sei es nur, weil im „Social ERP“ für den Erfasser eines Auftrags zu erkennen ist, dass der Abteilungsleiter einen Kunden besonders im Blick hat und deswegen erkennt, dass der Auftrag wohl ziemlich wichtig sein muss.

Zurzeit wird noch ein Übermaß an Informationen präsentiert. Das wird allerdings auch noch einige Zeit lang so bleiben, denn bis ein System gut erkennen kann, für was sich ein Teilnehmer gerade besonders interessiert, welche besonderen Fähigkeiten er in bestimmten Bereichen hat und für was er eventuell gerade Zeit hat, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Unverkennbar ist, dass die neuen Systeme und Entwicklungen zweifelsohne Spaß machen. Wenn man daran interessiert ist, gemeinsam zu arbeiten. Hauptfaktor ist und bleibt der Mitarbeiter.

Die Unternehmen werden die Themen „Social Collaboration“ entsprechend vorsichtig und trotzdem entschieden voran treiben müssen, um die Anwender/ Mitarbeiter nicht zu überfordern und trotzdem die schier grenzenlosen Möglichkeiten der virtuellen Zusammenarbeit zu nutzen.

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Enno Wulff
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